Am 16. Oktober und 3. Dezember 2014 verwüsten zwei Explosionen die Munitionsdepots von Vrbětice in Ostböhmen. Zwei tschechische Arbeiter sterben bei der ersten Explosion.

Die Untersuchung

Im Jahr 2021, nach jahrelangen Ermittlungen, enthüllen tschechische Behörden öffentlich, dass die Explosionen eine Sabotage-Operation des GRU (russischer Militärgeheimdienst) waren. Die identifizierten Agenten sind:

- Anatoliy Chepiga (alias Ruslan Boshirov)
- Alexander Mishkin (alias Alexander Petrov)

Es sind dieselben Agenten, die 2018 versuchen würden, den ehemaligen russischen Spion Sergei Skripal in Salisbury, UK, mit dem Nervengift Novichok zu vergiften.

Motiv

Die Munition in den Vrbětice-Depots war für die Ukraine bestimmt, die 2014 gegen pro-russische Separatisten im Donbass kämpfte. Die Sabotage zielte darauf ab, diese Lieferungen zu stören.

Diplomatische Konsequenzen

Die Tschechische Republik weist 18 russische Diplomaten aus. Russland antwortet mit der Ausweisung von 20 tschechischen Diplomaten. Der Fall zeigt, dass feindliche russische Operationen auf europäischem Boden nicht auf den ehemaligen Sowjetraum beschränkt sind.