Am 4. April 2023 wird Finnland offiziell das 31. Mitglied der NATO und beendet über 75 Jahre militärischer Neutralität.
Historischer Kontext
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Finnland eine Politik der Neutralität aufrechterhalten – die sogenannte "Finnlandisierung" – um eine Provokation der Sowjetunion zu vermeiden, mit der es eine 1.340 km lange Grenze teilte.
Vor der russischen Invasion der Ukraine lag die finnische öffentliche Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft historisch bei etwa 20-25%. Nach dem 24. Februar 2022 springt die Unterstützung innerhalb weniger Wochen auf 76%.
Der Prozess
- Mai 2022: Finnland und Schweden reichen gemeinsamen Antrag ein
- Juni 2022: NATO lädt beide Länder formell ein
- April 2023: Finnland schließt den Ratifizierungsprozess ab
Strategische Ironie
Putin hatte die Invasion der Ukraine mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, eine NATO-Erweiterung an Russlands Grenzen zu verhindern. Das Ergebnis:
- Die NATO-Russland-Grenze verdoppelt sich (von ~1.200 km auf ~2.500 km)
- Zwei historisch neutrale Länder geben ihre Neutralität auf
- Die NATO wird gestärkt statt geschwächt
Wie der finnische Präsident Niinistö zusammenfasste: "Schau in den Spiegel. Das ist passiert."